02. 11. 2025 – 19:00 Uhr

Festhalle, Rottenburg am Neckar (SWR JetztMusik)

ZUTEXTEN

JOSEF ANTON RIEDL: Vielleicht Duo
Text: Georg Büchner

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CORNELIUS SCHWEHR: Drei Geschichten
Text: Hermann Kinder

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CAROLA BAUCKHOLT: Schraubdichtung

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SEBASTIAN CLAREN: Im Kinderzimmer/Im Kino: Piece of Shit
Text: Falk Richter

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BARBLINA MEIERHANS: Ähm Me, Hm [i], and M

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SERGEJ NEWSKI: Alles
Text: Gerd-Peter Eigner

Anna Beetz – Sprecherin
Victor Gelling – Sprecher
Fabian Hemmelmann – Bariton


ANTIPHON ORCHESTRA
Nicolas Kuhn – Leitung

Das ANTIPHON ORCHESTRA versammelt exzellente und international aktive Musiker*innen. Mit Nicolas Kuhn als künstlerischem Leiter realisiert das Orchester intensive ästhetische Konzert-Erlebnisse.

Als Antiphon wird in der mitteleuropäischen Musikgeschichte ein Wechsel- oder auch Gegengesang bezeichnet. Ganz in diesem Sinne setzen die Programme des Orchesters auf maximalen Kontrast oder auf dialogische Anordnung: Es entstehen ‚Wechselgesänge‘ zwischen Epochen, Kunstformen oder instrumentalen respektive elektronischen Klangformationen. Es wird hier zueinander gebracht oder hart geschnitten; es wird Unterschiedlichstes collagiert oder über Jahrhunderte hinweg verbunden.

Das künstlerische Konzept des Ensembles geht von drei Leitgedanken aus . . .

. . . Sinfonische Musik der Vergangenheit mit experimenteller Musik verschiedenster Klangästhetik in Beziehung zu setzen und spannungsvolle, kontrastierende Konzertabende zu kuratieren.

. . . Zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke vom 18. bis ins 21. Jahrhundert aufzuführen und die unglaubliche Reichhaltigkeit des Komponieres jenseits des Kanons live im Konzert und in großer Besetzung wieder erlebbar zu machen. Dabei soll der Blick vor allem auch auf die nicht deutsch-österreichische und nicht europäische Kunstmusik der Vergangenheit gerichtet werden. Einige Komponist*innen, die in naher Zukunft aufgeführt werden sollen: Leni Alexander, Jean Barraqué, Arnold Bax, Franz Berwald, Lili Boulanger, Julián Carrillo-Truijillo, Ruth Crawford-Seeger, Józef Koffler, Jón Leifs, Elisabeth Lutyens, Marianna von Martines, Albéric Magnard, Pauline Oliveros, Antonín Reicha, Silvestre Revueltas, František X. Richter, Carl Ruggles, Matthijs Vermeulen und viele weitere.

. . . Klassische Kunstmusik für symphonische Besetzung in Beziehung zu anderen Kunstformen zu bringen. Dafür setzt das Orchester auf Zusammenarbeit mit bildenden Künstler*innen, Schauspieler*innen, auf Klanginstallationen oder improvisatorische Konzepte, auch und gerade unter Mitwirkung von nicht-professionellen Musiker*innen.

Die Musiker*innen bringen außergewöhnlich vielfältige Hintergründe in die Orchesterarbeit ein. Sie spielen in bedeutenden Sinfonieorchestern oder Akademiepositionen, in freien Ensembles der Alten und Neuen Musik oder sind selbst als kreative Künstler*innen tätig. Das Orchester zeichnet besonders aus, dass seine Mitglieder sowohl im klassischen Repertoire als auch in neuer Musik gleichermaßen auf höchstem Niveau wirken.

Nicolas Kuhn arbeitet seit einigen Jahren als Dirigent an einer Erweiterung des Kanons und an dramaturgisch reichhaltigen Konzertprogrammen zwischen Alt und Neu, zwischen Tradition und Experiment. Er ist von Bruckner und Oliveros, von Nono und Hensel gleichermaßen begeistert. Auch als Komponist beschäftigt er sich mit einer möglichen Erweiterung des Musikbegriffs, indem er auf vielfältige Weise mit anderen Künster*innen zusammenarbeitet. Zudem ist er als profilierter Interpret zeitgenössischer Musik tätig und geht selbstverständlich mit neuesten Partituren und Stückkonzepten um. Mit der Neugründung des ANTIPHON ORCHESTRA finden all diese Interessen zusammen.

Nicolas Kuhn – Leitung

Chloë Abbott – Trompete
(c)Lex Vesseur & Jelmer Buitenga

Eduardo Antiao – Cello

Robyn Blair – Horn

Christopher Collings – Trompete
(c)Daniel Haeker

Miguel Conde – Trompete
(c)Björn Kadenbach

Oded Geizhals – Schlagzeug
(c)Liron Erel

Victor Gelling – Bass
(c)Sophia Hegewald

Emma Goillot – Trompete
(c)Susanne Diesner

Shiau-Shiuan Hung – Schlagzeug
(c)Rebecca ter Braak

Kyusang Jeong – Klarinette

Heni Kim – Klarinette
(c)Uli Templin

Liga Korne – Klavier

Pawel Kuterbach – Klarinette

Sebastian Langer – Klarinette

Margot Le Moine – Viola
(c)Mariana Hernandez

Sabrina Ma – Schlagzeug
(c)Tina Linster

Yoshiki Matsuura – Posaune
(c)Yat-Ho Tsang

Franka Meyer – Posaune

Noa Mick – Saxophon
(c)Michael Pavia

Enyalios Papadopoulos – Schlagzeug

Izabella Pop – Flöte
(c)Nagy Sarolta

Eugene Shon – Klavier

Rita Soares – Schlagzeug
(c)Anna Tena

Rebekka Stephan – Cello
(c)Steve Bauch

Yukari Yagi – Schlagzeug

Sze Fong Yeong – Horn
(c)Dumitritza Gore

Nicolas Kuhn (1989) ist Komponist und Dirigent. Er studierte in Dresden und Düsseldorf, u.a. bei Mark Andre, Manos Tsangaris, Franz Martin Olbrisch und Rüdiger Bohn.

Als Dirigent interessiert sich Nicolas Kuhn besonders für die spannungsvolle Gegenüberstellung von symphonischem Repertoire und experimenteller Musik sowie für selten gespielte Werke von der Frühklassik bis zur Gegenwart.

Nicolas Kuhn dirigierte Orchester wie das Jerusalem Symphony Orchestra, das WDR Funkhausorchester, die Neue Philharmonie Westfalen, die Bergischen Symphoniker, die Janáček Philharmonia Ostrava, das Orchester der Lucerne Festival Academy, die Philharmonia „Dinu Lipatti“ Satu Mare oder die Sofia Sinfonietta. Während seines Studiums hatte er Gelegenheit, mit Ensembles wie den Düsseldorfer Symphonikern, der Rheinischen Philharmonie Koblenz oder dem Ensemble Musikfabrik zu arbeiten und zu proben. Als „conducting fellow“ der Lucerne Festival Academy 2018 assistierte er Matthias Pintscher und Duncan Ward (u.a. mit Stockhausens „Gruppen“) und lernte von Dirigenten wie Sir Simon Rattle und Peter Eötvös. Weitere Meisterkurse bei Tomáš Netopil, Nicolás Pasquet, Steven Sloane und Catherine Larsen-Maguire (Jerusalem Conducting Academy 2022). Im Jahr 2020 war er Finalist des „Arthur Nikisch Conducting Competition“.

Als Komponist arbeitet Nicolas Kuhn in sehr unterschiedlichen Formaten, von Solo- und Kammermusik über Orchesterwerke und elektronischer Musik bis hin zu Performance und Oper. Interpret*innen seiner Musik waren u.a. Ensemble Recherche, Kammerensemble Neue Musik Berlin, SWR Symphonieorchester, Dresdner Philharmonie, Internationale Ensemble Modern Akademie, Ensemble Écoute Paris, Rheinstimmen Ensemble, Susanne Leitz-Lorey oder Marco Blaauw.

Seine Werke waren u.a. innerhalb der Lucerne Festival Academy 2016, bei Acht Brücken Köln, Kontraklang Berlin, Tonlagen Dresden, BONE Performance Festival Bern, Akademie der Künste Berlin oder im Off-Programm der Donaueschinger Musiktage zu erleben. 2018 wurde ein abendfüllendes Musiktheater bei der Münchener Biennale uraufgeführt. Weitere Kompositionsaufträge erhielt er von der Kunststiftung NRW, dem Kolumba-Museum Köln oder der Chorakademie Dortmund.
2024 wurde er mit dem Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet.

Fotos by (c)Ulrike Schumann

01. 12. 2024 – 19:30 Uhr

34Ost, Düsseldorf

COLOUR / NONCOLOUR

ist ein experimentelles Konzert über Farben, Natur, weißes Rauschen und Regen mit der Pianistin Eugene Shon, dem ANTIPHON ORCHESTRA und Hobbymusiker*innen aus Düsseldorf.

Der Abend kontrastiert . . .
. . . kontemplative studienartige Anordnungen mit virtuosen, expressiven Klangballungen
. . . nüchterne Betrachtung von Naturphänomenen mit ekstatischer Religiosität
. . . installative Objekte mit instrumentaler Klangkunst

PETER ABLINGER (1959): weiss / weisslich 17, Instrument und Rauschen
CARL RUGGLES (1878-1970): Angels
PETER ABLINGER: weiss / weisslich 17, Instrument und Rauschen

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PETER ABLINGER: REGENSTÜCK 1-6
ALEXANDER SKRJABIN (1872-1915): Klaviersonate Nr. 7 „Weiße Messe“
SARAH NEMTSOV (1980): Seven Colours

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PETER ABLINGER: weiss / weisslich 4, Klavier und Ensemble
OLIVIER MESSIAEN (1908-1992): Couleurs de la Cité céleste

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PETER ABLINGER: weiss / weisslich 31f: Membrane, Tropfen

Eugene Shon – Klavier
ANTIPHON ORCHESTRA & Hobbymusiker*innen
Nicolas Kuhn – Leitung


Louisa Roßner – Sound-Objekte

Victor Gelling – Technische Leitung
Julia Hagenmüller – Projektmanagement

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Fünf harmonische Konzepte zeigen eine große Bandbreite kompositorischer Farbgebung:
Alexander Skrjabins esoterisch begründete, die eigene Form sprengende Harmonik.
Carl Ruggles’ scharf-dissonante Akkordsprache, die er durch generelle Dämpfung der Blechbläser zu einer pastellenen, gedeckten Farbpalette moduliert.
Olivier Messiaens in einzelne Farbwerte geschnittene, mitunter als „Himmelsvision“ grell leuchtende Einzelakkorde.
Sarah Nemstov, die in einem hochpersönlichen Werk auf die Farbpaletten ihrer verstorbenen Mutter, der Malerin Elisabeth Naomi Reuter, reagiert.
Peter Ablinger schließlich arbeitet konzeptuell geschärft an der Differenzerfahrung zwischen Naturerscheinung und der Künstlichkeit instrumentaler Musik und untersucht in den verschiedenen Varianten seiner Zyklen „weiss / weisslich“ und „Instrumente und Rauschen“ das weiße Rauschen, möglicherweise als Sinnbild unserer von einzelnen Eindrücken geradezu überhäuften und ‚verpixelten‘ Gegenwart. Alle Frequenzen zugleich ergeben ‚weißes Rauschen‘ – auch Abwesenheit von Farbe ist Farbe.

Das Repertoire des Konzertabends umfasst eine Spanne von über 100 Jahren, die Besetzung reicht vom Klaviersolo bis zum Lautsprecher, vom Blechbläser-Ensemble bis zum ‚Orchester‘ aus Regentropfen.

Als Klaviersolistin freuen wir uns auf Eugene Shon, Absolventin der Soloklasse von Prof. Roland Krüger in Hannover, die bei zahlreichen Wettbewerben ausgezeichnet wurde und sich, neben ihrer klassischen Konzerttätigkeit, intensiv mit neuer Musik auseinandersetzt, u.a. auch als Lehrbeauftragte für Neue Musik an der HMT Hannover und im Rahmen der Lucerne Festival Academy, wo sie und Nicolas Kuhn sich als Stipendiaten kennen gelernt haben und u.a. Werke von B.A. Zimmermann und György Kurtág gemeinsam zur Aufführung brachten.

(c) Peter Ablinger

Ein musikalischer Performance–Workshop für Hobbymusikerinnen und -musiker

In der Performancekunst wird die Handlung der Künstler*in selbst zum Kunstwerk. Die Teilnehmenden gehen im Workshop der Frage nach: Wodurch wird eine alltägliche Handlung zu einer künstlerischen Aktion? Wie tragen Bühnenpräsenz und innere Haltung dazu bei? Im Zentrum stehen spieltechnisch einfache Stücke des Komponisten Peter Ablinger sowie Improvisationskonzepte. Die entstandenen Performances werden als Teil des Konzert-Parcours Colour – Noncolour mit dem Profiensemble Antiphon Chamber Orchestra im 34Ost (Oststraße 34, Düsseldorf) aufgeführt. Keine Vorkenntnisse erforderlich, bitte Instrumente mitbringen.
Leitung: Nicolas Kuhn (Dirigent & Komponist)

Anmeldung und Anwesenheit an allen Terminen erforderlich: antiphonorchestra@gmail.com

Fr, 15. Nov, 16 – 20 Uhr, Stadtfenster der Zentralbibliothek, Konrad-Adenauer-Platz 1
Di, 19. Nov, 12 – 16 Uhr, Stadtfenster der Zentralbibliothek, Konrad-Adenauer-Platz 1
Sa, 30. Nov, 17 – 19 Uhr, 34Ost, Oststraße 34, Düsseldorf (Generalprobe)
So, 1. Dez, 19 – 22 Uhr, 34Ost, Oststraße 34, Düsseldorf (Konzert)

Colour – Noncolour wurde gefördert durch: